Zusammen führen – vom digitalen Ende der Hierarchen

Experten sind sich einig: Die Digitalisierung bringt einen steigenden Führungsbedarf mit sich. Sie muss aktiv als Veränderungsprozess gestaltet werden, denn der Transformationsprozess hin zu einem digitalisierten Unternehmen ist nicht eine nur technologische Veränderungen, sondern auch eine Transformation der gesamten Organisation.

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Führung ein entscheidender Faktor bei der erfolgreichen Bewältigung der digitalen Transformation ist. Damit rückt die Entwicklung eines angemessenen Führungskonzepts in den Mittelpunkt.

Agile Teams kommen ohne fachlich oder disziplinarisch übergeordnete Teamleiter aus. Das Team trägt Verantwortung für Arbeitsprozesse und -ergebnis. Es verzichten auf eine detaillierte Vorausplanung zugunsten einer flexiblen, ggf. kurzzyklischen Anpassung der Ziele im Projektverlauf. Bekanntester Ansatz ist hier das SCRUM Prinzip für die Teamarbeit. 

Manager werden zu Motivatoren

Auf die klassischen Strukturen einer Hierarchie oder Matrixorganisation verzichten agile Unternehmen bewusst. Alternativ folgen sie dem Organisationstypus der Schwarmorganisation, die sich durch eine lockere Vernetzung qualifizierter und gleichberechtigter Beschäftigter auszeichnet. Das Arbeitskollektiv handelt selbstorganisiert, hochfexibel und situationsbestimmt. Wann, wo und wie die Mitarbeiter ihr vereinbarte Ergebnis erbringen, ist ihre eigene Verantwortung.

Weiter gedacht, führt dieses Prinzip zu Netzwerken. Hier ist kein fester Unternehmenszusammenhang mehr rahmengebend. Vielmehr erfüllen die Mtiarbeitenden individualisierte Aufträge. Bei diesen neuen Organisationsformen steigt die „Flüchtigkeit“ der Beziehungen. Strukturen in der Aufbau- und Ablauforganisation lösen sich auf.

Führen: Als Netzwerker die Fäden zusammenführen

In agilen Arbeitszusammenhängen wird die Führungskraft zum Coach für die Entwicklung von Selbstorganisation. Führung ist dann als zielorientierte, interpersonelle Verhaltensbeeinflussung von „in etwa Gleichgestellten“ zu verstehen – nicht durch Anweisungen, sondern durch Anleitung und Interaktion.

Die stärkere Demokratisierung von Führung, bei Mitarbeiter an Entscheidungen und Führungsaufgaben teilhaben, wird nur in einer offenen Unternehmenskultur möglich sein. Priorität hat, dass Führung die Potenziale der Mitarbeiter nutzbar macht und identitätsstiftend wirkt.

Die zukunftsfähige Führungskraft soll die vielfältigen Impulse innerhalb und außerhalb der Organisation aufgreifen, prüfen und in einer Synthese auf die Ausrichtung des Unternehmens hin zusammenführen. Sie ist nicht mehr Vorgesetzer, sonder Coach, Motivator, Wegweiser und Netzwerker. Auch deshalb gewinnen soziale Medien und digitale Kommunikationsformen im Unternehmen immer weiter an Bedeutung.

2018-10-01T09:56:55+00:00